Forschungsfest: Wien. Meine Stadt 2020
50 Unternehmen, Universitäten und private Forschungsinstitutionen: Sie alle arbeiten an der Zukunft unserer Stadt. Was die bringen wird, zeigen die einzelnen Stationen beim Forschungsfest. Hier eine Auswahl:
Der Elektro-Rollstuhl der Zukunft: Der Superfour von Otto Bock ist geländetauglich und meistert Steigungen von bis zu 40 Prozent.
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Grüne Dächer kühlen
Sommer in Wien: In der Stadt steht die Luft, aber Rettung vor der brütenden Hitze ist nah. Nicht im Beserlpark um die Ecke, sondern im Dachgarten auf dem Wohnhaus. Denn: Begrünte Dächer kühlen Gebäude natürlich, ohne Klimaanlage. Und mit der in Wien entwickelten HYDRIP-Bewässerungsanlage wird für die Pflege der eigenen Oase nur halb so viel Wasser verbraucht wie mit Gießkanne und Gartenschlauch.
Wann kommt die nächste Bim?
Wien, 17 Uhr, Büroschluss. Wie kommt man jetzt am schnellsten und einfachsten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu einer Geburtstagsfeier in Baden? Und zwar mit Zwischenstopp beim Kindergarten und im Shopping Center. Kein Problem! Ein Blick aufs Handy genügt. Denn „qando“ weiß Rat. Das mobile Verkehrsinformationssystem der Wiener Linien und des Verkehrsverbunds Ost Region (VOR) stellt sofort die optimale Route zusammen.
Auf Basis der Fahrpläne und Echtzeitinformationen über die aktuelle Fahrsituation kombiniert mit den für die Handy-BenutzerInnen relevanten und selbst definierten Lifestyle-Daten wie Einkaufsstraßen, Kinos oder Freizeitparks liefert die kostenlose Handy-Applikation die aktuellsten Informationen zur Fahrt von A nach B. Und zwar überall und jederzeit.
Waschen und Trocknen im Liegen
Zum Wohlbefinden im hohen Alter gehört für die meisten, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu leben. Essen und Einkäufe können nach Hause geliefert werden. Sensoren in der Wohnung rufen im Bedarfsfall rasch ärztliche Hilfe oder alarmieren die Familie. Und auch für die Körperpflege bettlägeriger Menschen zeichnet sich eine kräftesparende Lösung ab: eine „Trockendusche“.
Betreuende Angehörige hatten bisher ebenso wie das Personal im Krankenhaus nur zwei Möglichkeiten: Oma und Opa vorsichtig mit Lappen oder Schwamm zu waschen, ohne dabei das Bettzeug nass zu machen. Oder die Verwandten aus dem Bett zu wuchten und ins speziell nachgerüstete Badezimmer zu tragen.
Geländetauglicher Elektro-Rolli
Beweglichkeit bedeutet Lebensqualität. Wer sich dabei nicht auf seine eigenen Füße verlassen kann, muss längst nicht mehr mit wuchtigen Rollstühlen durch die Gegend kurven. Die Rollis von heute sind Hightech-Geräte und bestechen mit Komfort und schnittigem Design. Herzstück ist eine spezielle Software, über die die Steuerung geregelt wird. Auch eine flexible Anpassung an die unterschiedlichen Bedürfnisse ist dadurch möglich.
Noch ein Stück wendiger als ein gängiger Elektro-Rollstuhl ist der Superfour von Otto Bock. Er ist geländetauglich, meistert Steigungen von bis zu 40 Prozent und schwierige Bodenbeschaffenheiten.
Abgeschirmt im Büro
Es gibt Tage, da geht’s im Büro zu wie in einem Bienenkorb. Ein Kollege telefoniert, zwei weitere haben eine Kundenbesprechung und der dritte erzählt das neueste Branchengerücht. Sich dabei zu konzentrieren, fällt nicht immer leicht. Bis jetzt zumindest.
Denn ab sofort gibt es einen schmucken Kokon fürs Großraumbüro, der sowohl Erholungs- als auch Arbeitsraum für eine Person bietet. Einfach den Schirm herunterziehen und schon ist man gegen Blicke und Umgebungslärm etwas abgeschirmt. Über netzbespannte Sichtschlitze bleibt die Verbindung dennoch erhalten. Arbeiten lässt es sich mit dem flexiblen Bürostuhl im Inneren; Nacken- und Fußstütze, integrierte Kopfhörer, Klapptisch und Beleuchtung gibt es ebenfalls.
Computer sprechen Wienerisch
Geht es nach einem Wiener Forschungsteam wird Sie Ihr Computer künftig statt mit der gewohnten Begrüßungsmelodie mit einem charmanten „Servas“ begrüßen. Möglich macht das ein Sprachsynthesizer, der neben dem österreichischen Deutsch auch den Wiener Dialekt („das Wienerische“), die Wiener Umgangssprache („Schönbrunner Deutsch“) und die Wiener Jugendsprache erzeugen kann. Eingesprochen wurden die Texte von Hanno Pöschl, Helma Gautier und Stephan Pokorny. Die Aufnahmen wurden anschließend in Einzelteile zerschnitten und vom Computer nach Bedarf wieder zusammengesetzt.
Wohnen im Mikrohaus
Klein, grün & sparsam: Das Mikrohaus braucht wenig Strom und ersetzt auch gleich die verbaute Grünfläche im Schrebergarten mit einer grünen Fassade. Seit die Firma Techmetall 2008 das Mikrohaus entwickelt hat, gibt es keinen Grund mehr, Weinbergschnecken um ihr Eigenheim zu beneiden. Die eigenen vier Wände lassen sich problemlos auch auf kleinen Grundstücken verwirklichen. Das gänzlich aus Metall gefertigte Mikrohaus gibt es mit neun mal vier Metern und zwölf mal vier Metern Fläche. Klein, aber oho trifft jedenfalls auf die Ausstattung zu.
Das Raumwunder bringt es auf 2,7 Meter Raumhöhe, ist sinnvoll in drei Räume aufgeteilt, langlebig und verbraucht nur wenig Strom. Möglich wird das durch sehr gute Isolation, doppelverglaste Fenster und eine effiziente Stromheizung. Dabei sind die Heizkörper nicht zu sehen. Die Infrarot-Elemente können platzsparend in Bildern, Spiegeln und anderen Dekorationselementen versteckt werden.
Sonnenenergie mit der Luftmatratze sammeln
Wird Sonnenlicht mit einer Lupe gebündelt, kann auch ohne Zündhölzer ein Feuer entfacht werden. Das Prinzip wird auch in solarthermischen Kraftwerken eingesetzt. Neben den Solarzellen ist das die zweite Möglichkeit, die Kraft der Sonne zur Energiegewinnung zu nutzen. Das Problem dabei ist der Kostenfaktor. Der HELIOtube, eine Wiener Erfindung, könnte Solarthermie günstiger machen.
Er sieht aus wie eine runde, verspiegelte Luftmatratze und sammelt Sonnenenergie fast ebenso effizient, aber deutlich günstiger, als herkömmliche Systeme. Die aufgeblasene Kunststoffröhre besteht aus drei Folien: einer durchsichtigen oben, einer metallisierten in der Mitte und einer robusten Bodenfolie. Der HELIOtube ist viel leichter als ein Metallspiegel und kann daher viel billiger produziert und installiert werden.
Litfaß-Säule reloaded
Der Druckereibesitzer und Verleger Ernst Litfaß hatte angeblich genug von wild an Hauswände und Mauern geklebten Plakaten. Weil er seine Heimatstadt Berlin nicht so verschandelt sehen wollte, erfand er 1855 die nach ihm benannte Anschlagssäule. PHOENICS Creative Studio hat die 155 Jahre alte Litfaß-Säule weiterentwickelt: Herausgekommen ist eine 360-Grad-Multimedia-Litfaß-Säule, auf der Panoramavideos abgespielt werden können.